Freitag, 31. August 2012

Als Gästeführer Weinerlebnis Franken nach China

Vorbereitungen für die Weinmesse in Guiyang

Die Chinareise naht. Mit dem Weinforum Franken (Eibelstadt), zwei GästeführerkollegInnen Weinerlebnis Franken und der Fränkischen Weinkönigin Melanie Dietrich werde ich vom 9.-13.9.12 die Weinmesse in Guiyang in Südchina besuchen. Anreisen werden wir bereits am 7. September und hängen auch ein paar Tage hinten an. Es nehmen nun auch die letzten Vorbereitungen zu. An was alles so zu denken ist…

Vorneweg ein großes Lob an Lin Chen, die von der chinesischen Seite aus alles organisiert und uns mitreisenden Gästeführer auf dem Laufenden hält.

Bereits im Juli hatte mir Kati die für die Vertretung Deutschlands nötige Kluft besorgt: Eine Lederhose mit den entsprechenden Hemden, Socken und Schuhen. Über diese für Franken nicht unbedingt typische (aber immer häufiger auch bei uns anzutreffende) "Tracht" hatte ich am 17. Juli hier im Blog berichtet.

Ein etwas mulmiges Gefühl war es schon meinen Visumsantrag zusammen mit meinem Reisepass an eine P.O. Box eines Reisebüros zu schicken. Per Einschreiben, ja, aber an einen Postkasten, bei dem das wichtige Reisedokument nur hinein gelegt werden sollte. Wenige Tage nach dem Versand bestätigte mir Frau Chen jedoch, dass die Pässe bereits beim Reisebüro lägen. Den Gang zum Konsulat erledigte dann das Reisebüro für uns und schickte Visa und Pässe zurück an das Weinforum Franken nach Eibelstadt.

Um uns jedoch schon mal im kleinen Kreise der Gästeführer, die mit nach China fahren persönlich zu sehen, trafen wir uns am 15. August, Christi Himmelfahrt, auf der Vogelsburg (wir, das waren Johannes Schmitt vom Weingut Juliusspital, Christiane Schmid aus Hammelburg und ich). (siehe Artikel Bioweinverkostung). Wir tauschten Handynummern aus und machten uns Gedanken zur Bahnfahrt zum Flughafen. Joe und ich werden gemeinsam ab Würzburg fahren, Christiane stößt aus Hammelburg kommend über Gemünden in Aschaffenburg dazu.

Am 21. August erreichte uns Messemitreisenden die Nachricht, dass unsere im Hotel, dem Hyatt Regency auf dem Messegelände reservierten Zimmer von Hotelseite storniert wurden, weil diese für hochrangige Politiker benötigt werden. Man habe für uns aber eine - wenn auch in zehnminütiger Autofahrt entfernt gelegene - passende Unterkunft gefunden und gebucht. Ich sehe das eher positiv, erlaubt uns der Abstand zum Messegelände doch vielleicht ein wenig mehr zu sehen, als wenn wir direkt dort gewohnt hätten. Und das Marriott Renaissance Guiyang Hotel sieht auch sehr schön aus (Link siehe unten).

Am 28. August trafen Joe und ich (Christiane ist derzeit noch in Urlaub) uns mit der einladenden Familie Haas im Weinforum Franken in Eibelstadt. Wir waren alle gleich per Du, da brauchten wir auch nicht lang um miteinander warm zu werden. Beate Osterheider-Haas gab uns zuerst einmal unsere Pässe zurück mit dem Visum darin für die Einreise bis spätestens 22. November. Kein Problem: Bis dahin wollen wir ja längst wieder zurück sein. Edmund Haas schilderte uns seine Erfahrungen aus den letzten Besuchen in China; Joe und ich schrieben fleissig mit. Beate gab uns dann noch eine kurze Powerpoint Präsentation mit den wichtigsten Fakten zu Guiyang und Fotos von der Weinmesse vom letzten Jahr. Es waren auch zwei unserer vier DolmetscherInnen anwesend, die uns Tipps zu Etikette und Sprache gaben (über Dolmetscher und Tipps werde ich noch berichten). Ein paar interessante Etikette habe ich mir notiert, werde aber erst nach eigener Beobachtung darüber berichten.

Jetzt gilt es also den letzten Kram zu besorgen, der mit soll. Da es in unserem Nobelhotel in Guiyang angeblich kostenloses WLAN geben wird, werde ich doch mein iPhone zum E-Mailen und Skypen mitnehmen. Ein Reisetagebuch muss ich ja schließlich auch führen. Dieses auf Analog-Papier zu schreiben und dann mühsam abzutippen wäre mir zu doof. Also brauche ich noch einen iPhone Ersatzakku für lange Messetage und natürlich einen Stromsteckeradapter. Auf dem chinesischen Festland verwendet man zwar auch 220-240V Spannung bei einer Frequenz von 50 Hz aber bis zu drei verschiedene Steckertypen. Zum Glück gibt es Amazon Prime...

Die Bahnfahrkarte habe ich als Online-Ticket auch schon in der Tasche. Die Flugtickets (es reicht ja heutzutage die Ticketnummer zu wissen) sind auch schon da mit Anweisungen für den Anschlussflug von Chongqing nach Guiyang (das wird sicherlich der aufregendste Teil der Reise sein, da wir Gästeführer und die Weinkönigin hier noch auf uns alleine gestellt sein werden). Und ob es wirklich der aufregendste Teil der Reise gewesen sein wird, berichte ich sicherlich noch hier im Blog.

Na dann, gan bei!

Links:

Blogartikel Vorbereitung Lederhose: http://zeilitzheim.blogspot.de/2012/07/politischer-bayer.html

Blogartikel Treffen auf der Vogelsburg: http://zeilitzheim.blogspot.de/2012/08/bioweinverkostung-auf-der-vogelsburg.html

Fränkische Weinkönigin Melanie Dietrich: http://www.frankenwein-aktuell.de/melanie-dietrich---zur-nav244.htm

Gästeführer Weinerlebnis Franken e.V.: http://gaestefuehrer-weinerlebnis.de/

Marriott Renaissance Guiyang Hotel: https://www.marriott.de/hotels/travel/kwebr-renaissance-guiyang-hotel/

Chinese Visa Great Wall of China

Montag, 27. August 2012

Goethe, Marianne von Willemer und die Gitarre

Konzert: Musik und Literatur aus der Goethe-Zeit



Termin: Schloss Zeilitzheim am Freitag, 7. September um 19.30 Uhr.

1814 reiste Goethe nach 17 Jahren Abwesenheit in seine Geburtsstadt Frankfurt und, eingeladen von seinem Freund, dem Bankier von Willemer in die Gerbermühle bei Frankfurt, traf dabei auf dessen junge Frau Marianne. Marianne, reich begabt in vielerlei Kunst, hatte ihren ersten Gitarrenunterricht von Clemens Brentano erhalten. Zu Goethes Geburtstag am 28. August sang sie vor Goethe aus Mozarts Don Giovanni zur Gitarre und bezauberte ihn und die Gäste. Goethe trug Gedichte aus seinem "West-Östlichen Divan" vor, und es ergab sich ein Jahr später in Heidelberg ein Wechsel der schönsten Gedichte. Goethe schlüpfte in die Rolle Hatems, und Marianne in die der Suleika. Erst spät gestand sie dem Freunde Hermann Grimm, dass die Suleika-Gedichte aus ihrer eigenen Feder stammten.

Heike Matthiesen, eine der führenden deutschen Gitarristen, machte sich zur Aufgabe, die Gitarrenmusik in Frankfurt in dieser Zeit zu studieren und zu spielen. In ihrem Programm befinden sich fast alle zur Zeit bekannten Solowerke für Gitarre; einige davon dürften seit damals nicht mehr gespielt worden sein. Mariannes Gitarre aus der legendären Werkstatt von Fabriccatore befindet sich im Goethe-Haus in Frankfurt.

Zum Abendessen nach dem Konzert (optional) gibt es Goethes Leibgericht: Rindfleisch und Frankfurter Grüne Soße, gefolgt von Weincreme.

Eintritt: EUR 15,--

Abendessen im Anschluss: EUR 15,-- (inkl. Tischgetränke)

Informationen und Anmeldung:

Marina von Halem

Tel. (09381) 9389

E-Mail: karten (at) barockschloss.de

Foto: Heike Matthiesen (Foto Peter Schöneberger)

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Mittwoch, 15. August 2012

Bioweinverkostung auf der Vogelsburg

Heute war mal wieder ein Lehrtag für mich. Das hatte heute mit Weinverkostung zu tun. Hingewiesen wurde ich auf die 6. Öko Wein Präsentation auf der Vogelsburg durch Joe Schmitt, der mit Christiane Schmid, der Fränkischen Weinkönigin und mir im September nach China fliegen wird um dort die Chinesen fränkischen Wein kosten zu lassen. Er präsentierte heute auf der Vogelsburg für das Weingut Juliusspital (Würzburg) als eines von 18 Weingütern Bioweine. Wir drei Gästeführer Weinerlebnis Franken hatten uns dort verabredet, um Modalitäten für unsere gemeinsame Reise ins Reich der Mitte zu besprechen. Sehr angenehmes "Abfallprodukt" war die Degustation der Bioweine.

Und ich muss sagen, dass diese Bioweine schon wirklich sehr weit gekommen sind. Es war nur ein Winzer dabei, dessen Wein ich nach der ersten Probe so gar nicht mehr probieren wollte. Alle anderen waren handwerklich hochwertig. Neben der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG), die interessante Versuchsrebsorten ausschenkte, waren Winzer verschiedener Vereinigungen vertreten. Darunter zwei mit dem Label demeter, zwei mit dem Bio Siegel, sechs mit dem Naturland Logo und sieben mit dem Bioland Logo. Darunter waren auch gute Freunde, wie Familie Haßold aus Willanzheim (mit Linda Haßold machte ich 2001 die Ausbildung zum Gästeführer Weinerlebnis Franken).

Ich traf auch weitere gute Freunde, mit denen das Verkosten der Weine umso mehr Spaß machte. Ein herzliches Dankeschön an meine Gästeführerkollegin aus unserem Kurs von 2001, die Madda, die mich wieder sicher nach Zeilitzheim brachte. Es wäre sonst ein längerer Spaziergang von der Vogelsburg geworden…

Fazit: Es muss nicht unbedingt gleich Bio sein, aber Bio heißt schon lange nicht mehr, dass man bei der Qualität Einbußen hinnehmen muss.

Links:

Gästeführer Weinerlebnis Franken: http://gaestefuehrer-weinerlebnis.de/

Fränkische Ökowinzer: http://www.fraenkische-oekowinzer.de/

Trauben aus dem Weingut Barockschloss

Dienstag, 14. August 2012

Die kleinen Kobolde der Nacht

Auf Fledermaussafari in den Hassbergen



"Die kleinen Kobolde der Nacht" - mit diesem Titel war eine Nachtwanderung zur Fledermausbeobachtung in den Hassbergen ausgeschrieben. Klara (12 Jahre alt) und ich mussten da natürlich hin.

Treffpunkt: um 19 Uhr an der Kirchenlinde in Fatschenbrunn (30 km von Zeilitzheim entfernt). Dort warteten etwa 30 Personen, darunter viele Kinder mit Taschenlampen ausgerüstet und Anton und Jürgen auf uns. Jürgen ist Biologe, Anton scheint der "Fledermauspfleger" zu sein, der alle Fledermauskästen am Waldrand kennt und nach dem Zustand und der Zahl der Fledermäuse schaut. Er führte uns über eine Streuobstwiese (Apfel- und Birnbäume waren schwer beladen von bald reifen Früchten) und durch ein Waldstück, an dessen Rand die ersten Kästen mit dem nur 3 cm breiten Einflugschlitz hingen. Deutschland hat (noch!) die meisten Fledermausarten in Europa: die braune Langohrfledermaus, den Abendsegler, das Mausohr, die Zwergfledermaus usw. Und die meisten Arten wiederum sind im Steigerwald bzw. den Hassbergen zu finden. Anton öffnete hier und da einen Kasten. Manche Kästen waren leer; die Fledermäuse waren zum abendlichen Insektenfang ausgeflogen. In anderen hingen bis 30 Fledermäuse - so sagte Jürgen. Wie haben so viele Tiere nur Platz auf so engen Raum! Mit einem Handschuh ergriff er eine, um uns zu erklären, dass die Flügel wie die menschlichen Hände seien, mit fünf Fingern und starken Haken am Ende zum Festhalten.

Die Fledermäuse sind Säugetiere und säugen ihre Jungen etliche Monate. Nach der Geburt klettert so ein Fledermausbaby (nur eines pro Jahr bekommt die Mutter) herab und saugt sich an ihrer Brust fest. Muss die Mutter mal ausfliegen, hängt sie ihr Baby an die Wand und holt es sich dann wieder, wenn sie genügend Nachtfalter und Insekten erjagt hat. Unter den vielen, vielen in der Wochenstube findet sie immer ihr eigenes! Die Mütter und ihre Kinder leben in großen Gruppen zusammen. Ihr soziales Verhalten erleichtert das Überleben. Im Winter leben sie in frostsicheren Höhlen - in unseren Gegenden in ehemaligen Eiskellern, und in der Fränkischen Schweiz in Tropfsteinhöhlen. Mit viel wissenswerten Erklärungen gingen wir durch den immer dunkler werdenden Wald, durften hier und da in einen Kasten schauen, wurden auf eine Orchideenart hingewiesen (Anton sah sie offensichtlich auch in der Dunkelheit, wir eher nicht) und erreichten am Ende den Dorfteich von Fatschenbrunn, über den eine Vielzahl von Fledermäusen lautlos auf der Jagd nach Insekten schossen.

Was für ein erlebnisreicher Abend!

Marina von Halem

Links:

Umweltbildung Hassberge: http://www.umweltbildung-hassberge.de/control.php?&topgroupname=&groupname=UBiZ

Fledermäuse (Wikipedia): http://de.wikipedia.org/wiki/Flederm%C3%A4use

Mittwoch, 8. August 2012

Behind the Scenes

Es ist ruhiger geworden im @barockschloss Blog. Aber nur, weil es hinter den Kulissen umso heißer zu geht. Im Weinberg hat ja bereits die Grünlese begonnen. Zwischendurch bekamen die Trauben eine Wellness-Kur (geheimes Stichwort: Kokosnuss). Das "corporate design" gedeiht und der Kartonagenspezialist brachte uns heute das Muster für unsere unvergleichbaren Weinkartons. So greift alles ineinander: Der Wein reift und die Arbeiten hinter den Kulissen bereiten den Ausbau im Keller vor (im Weingutsblog werden wir natürlich noch ausführlicher berichten). Derweilen bereite ich mich auch für den Flug zur Weinmesse nach China vor: Zusammen mit zwei GästeführerkollegInnen und der fränkischen Weinkönigin werde ich ja Anfang September den Frankenwein in China vertreten. Sofern mein Visum rechtzeitig zurück kommt. Das Flugticket ist schon mal da. Solange sehen wir dem Wein noch beim Wachsen zu und helfen ertragsregulierend hier und da noch nach.

Weintrauben vom Weingut Barockschloss