Sonntag, 24. Juni 2012

Freundschaft ist noch wichtiger als Verwandtschaft

Arda und Bauke van Halem im Schlossgartengespräch



Wir sind - das kann man bei Familien wie unsere, die ihre Genealogie sorgfältig führen - miteinander verwandt, auch wenn die letzten gemeinsamen Vorfahren sich erst um die 1770 im Stammbaum finden. Aber was noch viel wichtiger ist: Wir sind nun inzwischen sehr gut befreundet, unsere Niederländischen van Halems Arda und Bauke und wir - inzwischen nicht mehr ganz ostfriesischen - von Halems.

Viel wichtiger als die entfernte Verwandtschaft ist jedoch die Freundschaft und Verbundenheit miteinander, die sich sehr schnell zeigte. Arda und Bauke wohnten (wohnen, denn sie reisen erst morgen wieder ab) zehn Tage lang bei uns im Hotel, im Argula von Grumbach Zimmer, dass die Begegnung mit Uwe Birnstein aus dem letzten Blogartikel hervor rief.

Von Zeilitzheim aus unternahmen die beiden Tagesausflüge um Zeilitzheim herum, besuchten kulturelle Veranstaltungen - auch im Schloss - und ließen sich häuslich nieder. So halfen Arda und Bauke auch fleißig mit bei den nicht enden wollenden Arbeiten im Schlossgarten: Das Wegekreuz ist nun Dank ihrer Arbeit von Unkraut befreit.

Offensichtlich hat den beiden die tüchtige Arbeit auch Spaß gemacht, denn Bauke hatte eine interessante Idee, die er im hier eingebetteten Schlossgartengespräch kurz erläutert. So werden wir uns vielleicht schon recht bald wieder sehen… Beim nächsten Besuch erzählen wir vor der Kamera oder dem Mikrofon vielleicht auch etwas mehr über Arda und Baukes berufliche Erfahrungen und Tätigkeiten. Da sind nämlich ganz spannende Geschichten dabei. Aber man soll ja sein Pulver nicht auf einmal verschiessen…

Danke, Arda und Bauke, für Euren Besuch und für Eure Freundschaft! Danke auch für Eure Mitgliedschaft im Förderkreis des Schlosses, der doch so viel möglich macht.

Samstag, 23. Juni 2012

23. Juni: Gedenktag der Argula von Grumbach

Heute ist nach dem Evangelischen Namenskalender Gedenktag der Argula von Grumbach, eine bedeutende Reformatorin, die einen Teil ihres Lebens hier in Zeilitzheim verbracht hat. Jene Argula lenkt noch heute gelegentlich die Aufmerksamkeit geschichtsinteressierter Menschen auf Zeilitzheim.

Mitte Mai meldete sich der Berliner Journalist Uwe Birnstein per E-Mail bei mir. Er hatte mich kontaktiert, weil wir im Schloss doch ein "Argula von Grumbach Zimmer" hätten und er für eine Radiosendung des Bayerischen Rundfunks über Argula recherchiere. Ja, wir haben nicht nur ein Argula von Grumbach Zimmer; Sie hat auch im 16. Jahrhundert im Vorgängerbau des jetzigen Schlosses gelebt und in Zeilitzheim gewirkt, soll sogar hier beerdigt sein. So machte sich Herr Birnstein - neben einem Besuch in Beratzhausen, wo Argula auf der Burg Ehrenfels geboren wurde - eine Woche nach dem ersten Kontakt auf nach Zeilitzheim. Wir unterhielten uns über die Reformatorin und tauschten Geschichten und Anekdoten über sie aus. Was ich - als Blogger und Podcaster - an Argula von Grumbach besonders faszinierend finde: Dass sie bewusst "neue Medien" einsetzte, um sich für eine ihr wichtige Sache einzusetzen. In ihrem Fall waren es gedruckte Flugschriften.

Nebenbei entstanden auch Tonaufzeichnungen, von denen es vielleicht einige in die morgige Radiosendung der Reihe "Evangelische Perspektiven" bei Bayern 2 geschafft haben könnten. Sendetermin bei BR2 ist Sonntag, 24. Juni 2012 von 08:30 bis 09:00 Uhr. Die Sendung wird im Anschluss jedoch auch als Podcast verfügbar sein.

Links:

Argula von Grumbach (Wikipedia): http://de.wikipedia.org/wiki/Argula_von_Grumbach

Evangelischer Namenskalender (Wikipedia): http://de.wikipedia.org/wiki/Evangelischer_Namenkalender

Uwe Birnsteins Blog: http://birnsteinsblog.wordpress.com/

Burg Ehrenfels (Wikipedia): http://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Ehrenfels_(Bayern)

Sendungslink: http://www.br.de/radio/bayern2/programmkalender/sendung317766.html

Weitere Fotos zur Sendung: http://www.br.de/radio/bayern2/sendungen/evangelische-perspektiven/argula-grumbach100.html

Foto: Alexander von Halem vor dem Schlossportal in Zeilitzheim (Foto Uwe Birnstein)

Alexander von Halem - Barockschloss Zeilitzheim

Mittwoch, 13. Juni 2012

Die Kapelle, die keine Kirche (mehr) ist

Neuer Name für Frühstücksraum im Schloss gesucht



Seit einiger Zeit grübeln wir familienintern darüber nach, welchen Namen wir unserer "Kapelle" geben sollen, die eben keine Kapelle ist. Aber erst mal ganz von Vorne.


In der Kirchenbeschreibung der katholischen Dreifaltigkeitskirche zu Zeilitzheim (Text von Karl-Heinz Rothe) heißt es:


Über die älteste Kapelle in Zeilitzheim berichtet nur das so genannte "Rathausglöcklein", das sich im Turm der evangelischen Kirche befindet und den vier Evangelisten geweiht ist. Es trägt die Jahreszahl 1319. Die seit der Reformation evangelische "Sigismund-Kirche" wurde im Jahre 1451 erbaut. Graf von Wolfsthal errichtete um 1700 wieder eine katholische Seelsorgekuratie und im Jahre 1737 stellte der Graf v. Schönborn den Jagdsaal in seinem Schloß der katholischen Pfarrgemeinde als Kapelle zur Verfügung. Durch den Verkauf des Schlosses und den Unstimmigkeiten mit dem neuen Besitzer, Herrn Steiner, entschloß sich die katholische Kirchengemeinde für den Neubau einer katholischen Kirche.


So lag die Entscheidung der Kirche, aus dem Schloss auszuziehen, zeitlich noch vor der Erwerb des Schlosses durch meine Eltern im Jahre 1979. Der Bau der neuen Kirche war zu dem Zeitpunkt jedoch noch nicht ganz abgeschlossen, so dass die Gottesdienste bis zur Weihe der modernen Kirche in Zeilitzheims "Siedlung" im Jahre 1980 noch im Schloss stattfanden.


An den alten Überbleibseln der Schlosskirche (Vertäfelung, Patronatsgestühl, Kirchenbänke) waren weder die katholische Kirchengemeinde noch das Bischöfliche Ordinariat damals interessiert und ließen diese im Schloss (die Seiffert-Orgel, Beichtstühle und das Altarbild wurden in die neue Kirche integriert, einer der Glocken in dem von der neuen Kirche räumlich getrennten “Kirchturm” verwendet). Meinem Vater, Hilmann von Halem, schwebte damals vor, mit den vorhandenen Restbeständen als Grundstock eine Schlosskapelle einzurichten. So lagerten sie Jahrzehnte lang in dem Raum, der mal Teil der Kirche im Schloss war (dieser Raum wurde vom Jagsaal wieder mit einer Zwischenwand getrennt, um die ursprünglichen Raumverhältnisse herzustellen). Und seither hieß dieser überfüllte, wüste Lagerraum bei uns nur "die Kapelle", was bei nicht Eingeweihten öfter mal zu Verwunderung führte.


Mit der Zeit wurde uns klar, dass wir eine Kapelle im Schloss nicht mehr einrichten würden. Zeilitzheim hat schließlich schon drei Kirchengebäude für 750 Einwohner (die alte, evangelische Kirche am Marktplatz, die moderne katholische Kirche des Schweinfurter Architekturbüros Blenk in der Siedlung und die Friedhofskapelle). Im Zuge des 5. Restaurierungsbauabschnittes im Jahre 2000 räumten wir die "Kapelle" also aus. Sie wurde statisch saniert und restauriert, verputzt und gestrichen und - wie bereits im Jagdsaal daneben - mit einem Dielenboden aus Lärchenholz ausgestattet. Im April 2000 kamen dann die Wandblaker von der leider nicht mehr existierenden Kunstwerkstatt Nova Silesia von Katharina von Wrede, Schloss Sandsee, und wurden montiert.


Durch diese Umbaumaßnahmen war die Kapelle ein am Morgen lichtdurchfluteter Frühstücksraum geworden der - gerade in der kälteren Jahreszeit - sehr praktisch ist, wenn das Hotel nicht voll belegt ist, weil wir dann den großen Jagdsaal nicht heizen müssen. Ein überdimensional großer Heizkörper der modernen Zentralheizung sorgt im Frühstücksraum für schnelle Wärme. Optisch wurde der Raum durch die von Familie Dehio geschenkten historischen Stiche von Schlesien, der Heimat meiner Mutter, Marina von Halem (geb. von Richthofen) und Halemsche Ahnenportraits aufgewertet.


Auch ist die “Kapelle” durch eine breite Tür aus der Bauzeit des Schlosses im 17. Jahrhundert mit dem großen Festsaal verbunden und ist eine ideale Erweiterung bei Feiern als Buffet-Raum oder als zusätzlicher Tanzsaal. Vor einigen Jahren wurde dann eine Abluftanlage in die Decke der "Kapelle" eingebaut, was gerade bei dieser Nutzung als Tanzsaal sehr nützlich ist.


Heute erinnert an die frühere kirchliche Nutzung nur noch das Glockentürmchen (leider ohne Glocken), die Löcher in der Decke des Jagdsaales, durch die früher die Glockenseile führten, und der Blasebalg der alten Orgel auf dem Dachboden.


Wir sind, wie eingangs erwähnt, mit dem Namen “Kapelle” oder “ehemalige Kapelle” nicht glücklich, wollen die ehemalige kirchliche Nutzung jedoch auch nicht unter den Teppich kehren. Hat von unseren Lesern, vielleicht gerade diejenigen, die das Schloss und den Frühstücksraum kennen, jemand eine Idee, wie wir diesen künftig nennen sollten? Einfach nur Frühstücksraum? Oder - wie bei den Gästezimmern - den Namen einer historischen Persönlichkeit geben? Falls ja, bitte in den Kommentaren oder per E-Mail!


#alttext#

Sonntag, 10. Juni 2012

Konzert "Hebräische Melodie" am 17. Juni

Freitag, 8. Juni 2012

Sommer im Weinberg

Drähte einhängen, Ruten hochstecken… Geburtshelfer für den Weinjahrgang 2012 spielen!

Weinberg bei Stammheim