Mittwoch, 28. September 2011

Herbsthimbeeren

Kein gutes Walnußjahr im Schlossgarten

Im vergangenen Jahr hatte in diesem Beitrag http://storify.com/barockschloss/schwache-walnussernte von einer schwachen Walnußernte berichtet. Leider trägt unser Walnußbaum im Schlossgarten in diesem Jahr überhaupt keine Nüsse. Solche Schwankungen sind bei Walnußbäumen aber ganz normal.

Dafür sind unsere gelben Himbeeren reif!
Yellow Raspberries

Samstag, 17. September 2011

Die schönsten Landhotels in Deutschland

GEO-Saison portraitiert Schloss Zeilitzheim

Anfang Mai 2011 bekamen wir im Schloss Besuch der Reisejournalistin Hannah Glaser. Sie war im Auftrag der Zeitschrift GEO-Saison bei uns, einerseits wohl um unser Haus zu testen und dann im Idealfall auch einen Artikel für das renommierte Reisemagazin zu schreiben. Es war ein netter Besuch und wir unterhielten uns lange über das Schloss und alles, was wir so machen.

Anfang Juni war dann der Fotograf Christian Kerber zu Gast im Schloss. Auch er nächtigte bei uns und nutze die Zeit, um in Haus, Hof und Garten zu fotografieren. Jetzt ist Mitte September der Artikel von Hannah Glaser im Titelthema "Die schönsten Landhotels in Deutschland" in der Oktoberausgabe der GEO-Saison mit Fotos von Herrn Kerber erschienen. Ausgewählt hat die Redaktion von GEO-Saison vier seiner Fotos, von denen das des Kaminzimmers und das des Arkadenhofes ganzseitig abgedruckt wurden. Aber auch ein Bild eines Gästezimmers musste natürlich mit rein und der Schlossgarten (in diesem Fall der Kräutergarten).

Ich hatte Frau Glaser zur Aufnahme in einen möglichen Artikel auch unser Zeilitzheimer Weingut Mößlein und den Reiseführer Gabi Bergauers, "Die Mainschleife und ihr reizvolles Umland" empfohlen und freue mich, dass beide darin Erwähnung finden und verlinkt werden.

Die Zeitschrift ist nun am Kiosk erhältlich. Ich empfehle sie allen - nicht nur wegen des Eintrages zum Schloss Zeilitzheim. 17 weitere Häuser in ganz Deutschland werden darin als die schönsten Landhotels empfohlen. Der Artikel zeigt sehr schön auf, was für eine Art Landhotel das Schloss Zeilitzheim ist, nämlich kein prunkvoller Luxusschuppen, sondern ein familiäres Haus auf dem Lande. Lustig fand ich Frau Glasers Einführung in den zweiten Absatz des Artikels:

"Den jungen, gutgelaunten Hausherrn von Schloss Zeilitzheim treffen wir im Garten, auf den Knien beim Löwenzahnstechen".
Das ist in der Tat ein häufiger Anblick. Auch die Schlosskater Charly und Emilio, die Hannah Glaser kennen lernen konnte, finden im Artikel Erwähnung. Sie verrät den Lesern auch, wie diese ihre Namen erhielten.

Hannah Glaser, die reisend und schreibend viel in der Welt unterwegs ist, hat auch einen Neuenglandführer geschrieben, in dem ich aus Heimweh an meine alte Heimat Boston öfter lese. Er liegt - neben dem Reiseführer von Gabi Bergauer - auf meinem Schreibtisch.

Warm Stones

Freitag, 16. September 2011

Dem Marterl auf der Spur

Ein Besuch im Fränkischen Bildstockinformationszentrum Egenhausen



Mit meinen Freunden des historischen Arbeitskreises Zeilitzheim (Hilmar Spiegel, der zugleich Kreisarchivpfleger ist, und Kurt Scheuering) besuchte ich am Donnerstagabend auf Einladung des Marktes Werneck das Fränkische Bildstockzentrum in Egenhausen. Ziel des Besuchs war laut Einladung auch das bessere Kennenlernen der Akteure, die sich im Mai 2011 zur "Vernetzung und Inwertsetzung der Museen und Sammlungen im Schweinfurter Land" zusammen getan hatten. Das Bildstockinformationszentrum war ein mit EU-Mitteln (LEADER) gefördertes Projekt, das im Mai 2010 eröffnet wurde. Eine Führung des Vorzeigeobjektes stand natürlich auch auf dem Programm.


Ich muss gestehen, dass ich zuvor noch nie im Leben von Egenhausen etwas gehört hatte - geschweige denn jemals dort war - obwohl sich dieser kleine Ort (ein Ortsteil des Marktes Werneck) nur etwa 30 km nordwestlich von Zeilitzheim befindet und mit über 600 Einwohnern auch nicht bedeutend kleiner als Zeilitzheim ist. Wir fanden unseren Weg jedoch problemlos dorthin und trafen früh genug ein, um uns schon im Vorfeld der Führung näher um sehen zu können.


Die in Franken weit verbreiteten Bildstöcke, die entsprechend der frühen Abbildungen der Marter (oder Qual) der Kreuzigung in Franken weitestgehend - heute auch unabhängig vom jeweiligen Motiv - Marter (oder Marterla) genannt werden, wurden touristisch kaum genutzt. Am 16. Mai 2010 hat man daher das Erlebniszentrum eröffnet und auch Rad- und Wanderwege, die an "Premiumbildstöcken" vorbeiführen, geschaffen. Über 600 Bildstöcke sind im Oberen Werntal in einer Datenbank erfasst. Wir konnten uns davon überzeugen, dass die Geschichte zu den einzelnen Bildstöcken in dieser Datenbank ausführlich und optisch ansprechend gezeigt wird.


Die Gästeführerin Christine Stühler erklärte uns anhand der Exponate anschaulich die Bedeutung und Entwicklung der Bildstöcke in der Region. Die wichtigsten Punkte ihrer Ausführungen fasse ich hier zusammen. Die folgenden Absätze sind teilweise wörtliche, teilweise von mir umformulierte Zitate der Gästeführerin. Der Artikel sollte daher nicht als erschöpfender Beitrag zum Thema gesehen werden, sondern lediglich als Schnappschuss aus dem Egenhausener Museum.


Die Exponate der Ausstellung sind in drei Hauptbereiche unterteilt: "Katholisches Land", "Fränkische Landschaft" und "Herstellung und Erhaltung der Bildstöcke".

Katholisches Franken


Das erste Segment der Ausstellung und somit auch der Ausführungen der Gästeführerin Christine Stühler sind die Epochen Mittelalter, Gegenreformation und Barock.


Bildstöcke entstanden zuerst aus Totenleuchten und Steinkreuzen. Sühnekreuze wurden aufgestellt wenn jemand eine Tat begangen hatte, die nicht vorsätzlich begangen wurden und somit gesühnt werden konnte. Tätern (und ihren Familien) wurde ermöglicht Sühnekreuze aufzustellen. Das half generationsübergreifende Sippenfehden zu vermeiden oder zu unterbinden. Der Akt ließ Friede ins Dorf wieder einkehren. Totenleuchten hatten die Form eines Bildstocks, haben sich aber eher in den Friedhöfen durchgesetzt.


Die Bildsprache wurde verwendet, da das Volk nicht lesen und schreiben konnte. Taten, die gesühnt werden sollten, wurden somit bildlich beschrieben und mit dem Namen des Stifters bzw. des Sühnenden versehen und dienten so später auch als Wegweiser in der Flur. Diese Namen haben sich oft auch als Flurbezeichnungen festgesetzt.


Die Formen der Bildstöcke haben sich dem Stil der jeweiligen Zeit angepasst. So findet man im Mittelalter zum Beispiel auch die Spitzen der gotischen Architektur.


In der Zeit der Gegenreformation wurde das Bistum Würzburg unter Julius Echter von Mespelbrunn wieder (fast ausschliesslich) katholisch. So ließ Echter Bildstöcke mit seinem Wappen aufstellen, die sogenannten Echter-Bildstöcke, die den "wahren" Glauben darstellen sollten. Aber auch zum Abstecken seines Territoriums dienten diese. Die Schauseite darauf wurde zum Dorf hin gerichtet, um die Grenze zwischen katholischem Land und Feindesland zu markieren. Visitatoren des Fürstbischofs kontrollierten, ob die befohlenen Bildstöcke auch aufgestellt wurden.


Im Mittelalter waren noch Pietà und Kreuzigungsszenen die häufigsten Motive. Namenspatrone durften ihren Namen setzen, was auch genealogischen Forschungen zugute kommt. So erkennt man zum Beispiel an den "Assistenzfiguren" neben den Kreuzigungsszenen wie viele Kinder welchen Geschlechts der Stifter hatte. Männer und ihre Söhne wurden nämlich zur rechten Seite Jesu gesetzt (also vom Betrachter aus links), die Frauen links. Kreuze über den Personen signalisierten, dass diese zum Zeitpunkt entweder bereits verstorben waren, oder der Bildstock wurde zu ihrem Gedenken aufgestellt wurde.


Im Barock passten sich auch die Bildstöcke dem überschwänglichen Baustil der Zeit an. Jetzt gab es sehr aufwändige Motive. Kartuschen unter den Bildstöcken wurden immer großer, die Texte darin immer länger; es wurde mehr erzählt. Man spricht daher auch vom "geschwätzigen Barock". Weil die Steinmetze und Bildhauer jedoch oft selbst nicht lesen und schreiben konnten, kam es so zu interessanten Stilblüten. In manchen Fällen wurden die Anweisungen des Pfarrers zur Positionierung des Steins mit in den Text gemeisselt.


Im Barock hatten Wallfahrtswesen und Prozessionen Hochkonjunktur. Mit Gott in der Natur Eins Werden war hier die Devise. Mit der Monstranz voraus pilgerte man zu Wallfahrtskirchen und machte Station an den Bildstöcken. Weil das Abstellen der Monstranz ein Problem darstellte, wurden die Bildstöcke in dieser Zeit oft zu Prozessionsaltären mit Ablagefläche. Auch gab es in der Barockzeit eine sehr viel größere Motivvielfalt der Bildstöcke. Die Heiligen wurden mit ihren Attributen dargestellt (Andreaskreuz etc.). Die Auswahl der abgebildeten Heiligen betraf meist den Namen des Stifters, so dass man in vielen Fällen im Nachhinein erschließen kann, in welcher Generation einer Familie ein Bildstock gestiftet wurde.

Fränkische Landschaft


Der zweite Hauptbereich der Ausstellung ist mit "Fränkische Landschaft" betitelt. Hier geht es um die drei Schwerpunktbereiche Aufklärung, Romantik und Gegenwart.


Die Zeit der Aufklärung ist geprägt von den napoleonischen Kriegen. Es gab nun bedeutende Reformen in Naturwissenschaften, Rechtswesen, etc. Es gab eine Aufbruchstimmung, eine Umwandlung; alles sollte sich ändern. So wurden viele Verbote erlassen, um den ausufernden Prunk zu beseitigen. Das Protzen und Übertrumpfen sollte verhindert werden. So wurde Trauerflor verboten; Wallfahrten und Prozessionen wurden reduziert. Schauspiele wie Flagellation wurden unterbunden. Auch das Setzen neuer Bildstöcke wurde in dieser Zeit verboten. Dafür setzte man dann, vermutlich um die Gesetze zu umgehen, vermehrt Hochkreuze. An den Assistenzfiguren und deren Gewand erkennt man den Unterschied der Herangehensweise dieser Zeit. Auch die Arbeit der Bildhauer wird stilistisch erkennbar.


Die Zeit der Romantik brachte romantische Verklärung. Nach vielen Kriegen ist das Volk ermüde und ausgeblutet. Der Durchmarsch vieler fremder Truppen lässt das Volk nach Schönheit und Frieden sehnen. Man malt sich die Welt schön, verklärt die eigene Situation. So entsteht vielfach idyllische Landschaftsmalerei. In Franken werden die hier typischen Bildstöcke in diese Bilder aufgenommen und finden so auch überregional Beachtung.


Die Gegenwart: Die Zeit nach den Weltkriegen ist eine des Wiederaufbaus. Für Bildstöcke hat man kaum Zeit oder Interesse. Vielfach wurden auch die zerfallenen Bildstöcke gemalt und somit auf den Zerfall vielleicht unbewusst hingewiesen. Als Wahrzeichen Frankens entstand ein denkmalschützerischer Gedanke für die Bildstöcke. Im Zuge der Flurbereininung wurde oft auch erwartet, dass neue Bildstöcke gesetzt werden. Es kommen jetzt aber keine barocken Motive mehr zum Einsatz, sondern zum Beispiel neogotische. Gerade in Verbindung mit der Flurbereinigung in den Weinbergen werden nun Weinmotive, der Weinheilige Urban und die Frankenapostel Kilian, Totnan und Kolonat abgebildet. Hier und da finden sich aber auch heute noch Pietà und Kreuzigungsszenen. In dieser Zeit wurde auch mit den Materialien experimentiert. So wurde auch das heimische Muschelkalk verwendet. Es haben sich aber dadurch auch die Formen geändert, weil man in den harten Stein nicht so filigrane Formen schnitzen konnte. Auch eigentlich fremde aber modische Formen wie die Lourdes Madonna kamen in Franken nun häufig zum Einsatz.

Herstellung, Materialien und Erhaltung


Der dritte Teil der Ausstellung zeigt den Abbau des Gesteins in der Region, die durch die Trias vornehmlich Sandstein (in verschiedenen Verfärbungen von rot, violett, grünlich und gelblich) und Muschelkalk hervor bringt. Wo es Steinabbau gab, gab es auch Steinmetze und Bildhauermeister. Deren Arbeit und Arbeitsmaterialien zeigt die Ausstellung anhand verschiedener Werkzeuge und eines Videos.


Die Werkstätten in Egenhausen sind seit 1613 namentlich bekannt. Steinmetzzeichen können aber meist nicht mehr namentlich zugeordnet werden. Hans Österlicher konnte man jedoch recherchieren. Die Ausstellung zeigt alte Fotos aus den Steinbrüchen. Man erkennt: Frauen luden die Steine im Steinbruch auf. Die Steinmetze arbeiten vom Bruch bis zur Auslieferung in einer Familie. Ganze Familie mit eingebunden; ganze Generationen arbeiten mit.


Auch über die Restaurierung und Erhaltung vorhandener Bildstöck klärt die Ausstellung auf. Die frühere Methode den Bildstock in Acrylharz zu tauchen wird nun kaum noch angewandt, weil dies den Bildstock verschließt und unveränderbar macht, so dass weitere Restaurierung fast ausgeschlossen ist. Man verwendet daher nun häufig Kieselsäureester, eine Flüssigkeit mit ganz feinem Sandstein, die nach dem Auftragen die Oberfläche verfestigt.


Schön fand ich den Hinweis der Gästeführerin, dass gerade Sandstein oft bewusst als Symbol der Vergänglichkeit benutzt wurde. Der Verwitterung ausgesetzt, zerrieselt der Stein nach und nach.

#alttext#

Samstag, 10. September 2011

Ich wünscht ich wär - vertont

Ich hatte ja die Kindergeschichte meiner Mutter mit dem Titel "Ich wünscht ich wär" mit Fotos versehen und auf unserer Seite zum Download angeboten (Text und Fotos als PDF). Christian Spließ hat die Geschichte sehr schön vertont:

Anachorete-Podcast 5: Ich wünscht ich wär... by Spliess

Seinen Blogartikel dazu findet man hier.

Danke, Christian!