Mittwoch, 20. April 2011

Wanderung im Paradies

Mit Gabi Bergauer auf dem Quittenlehrpfad unterwegs


Gabi Bergauer aus Astheim lernte ich vor einigen Jahren kennen, als ich noch den Redaktionssitzungen der Zeitschrift MainZeit beiwohnen durfte. Wir besprachen regelmäßig die bevorstehenden Themen des Tourismus- und Freizeitmagazins der Volkacher Mainschleife. Ich vertrat dort in erster Linie die Anliegen der Mainschleifenorte der Gemeinde Kolitzheim bzw. das war der Sinn hinter meiner Anwesenheit. Natürlich ging es mir - wie den anderen Redaktionsmitgliedern auch - um ein harmonisches Ganzes. Gabi ist eine der wichtigsten beitragenden Autorinnen. Als Gästeführerin an der Mainschleife bringt sie seit über fünfzehn Jahren Besuchern unserer Region die Gegend näher. Im Jahre 2008 veröffentlichte sie dann den passenden Reiseführer für die Region: "Die Volkacher Mainschleife und ihr reizvolles Umland".

Über Facebook kamen Gabi und ich wieder in Kontakt. Wir tauschten uns aus zu technischen Tipps zu Social Media und so kamen wir wieder ins Gespräch. Vor allem erfreue ich mich aber an ihren Beiträgen auf der Facebookseite zum Reiseführer, die Lust machen die von ihr vorgeschlagenen Touren zu erleben. Um uns mal wieder auszutauschen verabredeten wir uns für Dienstagnachmittag. Aber nicht etwa einfach nur so zum Tee. Nein: Wenn schon mit einer erfahrenen Gästeführerin unterwegs, dann wandernd.

Vereinbarter Treffpunkt: Astheim, am Startpunkt des Quittenlehrpfads. Vereinbarte Kleidung: Festes Schuhwerk und lange Hosen (falls die Zecken auch unterwegs sein sollten). Ich habe mir einen Buschhut aufgesetzt, da die Sonne kräftig auf uns herab schien. Wir marschierten los, zuerst zügig sportlich, fanden dann aber einen gemächlicheren Rhythmus.

Quittenlehrpfad. Klingt akademisch. Wer aber schon meine kleine Geschichte über die Quittenernte des vergangenen Jahres gelesen hat weiß, dass das Wort "Quitte" genug Anreiz für mich ist, mich sogar auf einen Lehrpfad zu begeben. Und neben der sachkundigen und sehr netten Begleitung von Gabi gibt es noch einen weiteren, guten Grund dies genau jetzt zu tun: Die Quittenbäume blühen in voller Pracht! Es ist erstaunlich, wie unterschiedlich weit die Quittenblüte ist. Während schon manch Sorte abgeblüht ist und andere in voller Blütenpracht stehen, steht manchen noch die Blüte bevor. Kein Wunder: Über 200 verschiedene Quittensorten soll es geben. Wie viele davon wohl an der Mainschleife wachsen?

Wir liefen am Hang oberhalb des Maines entlang, der Blick immer wieder über das Maintal schweifend, wo sich Lastschiffe auf und ab schieben und mit ihren blauen und weißen Aufbauten zwischendurch immer wieder ungewohnte, sich bewegende Farben in die grün-gelbe Landschaft fräsen. Das Vogelgezwitscher ist zu dieser Zeit besonders intensiv. Da wird wohl fleissig umeinander geworben. Oder die Vögel freuen sich - wie wir - einfach nur über das warme Wetter mit kühler Brise. Einen Specht hörten wir auch, konnten ihn aber nicht ausfindig machen. Zwischen den Obstbaumreihen hier und da Bienenstöcke und an den Quittenfrüchten eifriges Gesummse.

Gabi führte mich auch an die Astheimer Rangedälli (Rangenteile) an denen ihre Großeltern einen Weinberg hatten. Im Buch erzählt sie von "Omas Rolle rückwärts": Eine Anekdote einer Traktorfahrt mit Folgen. Es sind auch diese familiären Anekdoten, die diesen Reiseführer so lesenswert machen. Das Prädikat "besonders wertvoll" bekommen von mir auch Gabis Hinweise zur Nachhaltigkeit im Buch. So schreibt sie davon, die Leser mit auf ihren Lieblingsweg zu nehmen und wünscht sich, dass diese das Paradies nicht gefährden, indem sie sich zum Beispiel tütenweise an den Früchten des Paradieses bereichern. Sie denkt dabei auch an die Bauern, die diese Obsthänge pflegen und davon leben.

Einer dieser Obstbauern ist der Initiator des Quittenlehrpfads selbst: Marius Wittur aus Eisenheim hat ihn angelegt und hat mit dem Quittenrekultivierungsprojekt an der Mainschleife bundesweit für Aufmerksamkeit gesorgt. Auf der Seite http://mustea.de/ bekommt man Einblicke in sein umfangreiches Projekt. Was mich an Marius Witturs Projekt fasziniert, ist dass es ein absolutes Nischenprojekt ist. Er hat sich auf Quitten spezialisiert und weckt durch seine Begeisterung diese auch bei anderen. Und gerade das hat Gabi durch die nachmittägliche Wanderung durch die Rangedälli in mir entfacht: für die schöne Astheimer Flur, das Weinland und die Quitte. Und Zecken habe ich mir auch keine eingefangen.

Der Reiseführer von Gabi Bergauer ist im Buchhandel erhältlich:


Die Volkacher Mainschleife und ihr reizvolles Umland. Unterwegs mit einer einheimischen Gästeführerin. Franken erwandern - erradeln - erfahren. 12,80 Euro - ISBN 978-3-00-023915-1

Und natürlich über Amazon.

Da Informationen in solch Reiseführern auch schnell mal überholt sein können (Anbieter schließen, Öffnungszeiten ändern sich etc.) bietet Gabi mit dem Leserservice auf ihrer Internetseite einen wertvollen Dienst an.

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Dienstag, 19. April 2011

Ein richtiges Buch

Schlossblogbeitrag von Marina v. Halem

Also, ich kann auch über andere Dinge sprechen oder schreiben als immer nur über den Schlossgarten. Obwohl ich das sehr gerne tue, denn hunderte von Osterglocken überstrahlen das Wiesengrün mit ihrem Gelb; rote und gelbe Tulpen setzen fröhliche Farbflecken in die grünen Inseln von Frauenmantel und Wolfsmilch; silbrige Blättchen umfangen die blass-violetten Blüten der Kuhschelle; tausend weiße Blütchen übersäen den Spireenbusch; die Hyazinthen duften .... betörend, würde Goethe sagen. Da sind wir bei der Literatur. Seit etwa 25 Jahren führe ich für die Volkshochschule einen Literaturkreis. Unsere letzte Lektüre war Martin Walsers Roman "Ein liebender Mann" über die Liebe des 73jährigen Goethe zu der 19jährigen Ulrike von Leventzow. Die frech-furchtlose Elke Heidenreich hatte die Spätwerke von Grass und Walser als "ekelhafte Altmännerliteratur" bezeichnet, hatte aber nach dem Erscheinen von "Ein liebender Mann" ihr Urteil über Walser revidiert. Das Meininger Theater hat dieses Stück über Goethes leidenschaftliche letzte Liebe auf die Bühne gebracht. Theaterstück und Buch sind wunderbar! "Was ein richtiges Buch ist", schreibt Kurt Tucholsky, "das muss den ganzen Haushalt durcheinanderbringen: die Familie prügelt sich, wer es weiterlesen darf, die Temperatur ist beängstigend, und Mittag wird überhaupt nicht mehr gekocht."

Ihre
Marina v. Halem

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Sonntag, 3. April 2011

Ostermarkt im Barockschloss

Der Ostermarkt hatte mit etwa 40 Ausstellern rund 10 mehr als in den vergangenen zwei Jahren. Auch die Besucherzahl nahm gegenüber dem Vorjahr zu, was sicherlich auch dem schönen Sommerwetter zu verdanken war!

Die ersten von Besuchern gemachten Fotos erreichen mich nun auf verschiedenen Wegen und auch ich habe angefangen Fotos zu sichten und hoch zu laden:


Created with Admarket's flickrSLiDR.